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Sattelwissen
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Was Sie über Sattelanpassungen wissen sollten

 

Begutachtung der Individuellen Bewegungsmuster des Pferdes.

 

Eine gute Sattelanpassung berücksichtigt immer die individuellen Bewegungsmuster des Pferdes. Dazu lassen wir uns die Pferde meist an der Longe oder an der Hand in allen drei Gangarten vorführen. Kann das Pferd weit untertreten, raumgreifend laufen, ist es in der Lage sich auf beiden Händen in die Bewegungsrichtung zu biegen und kann es in der Bewegung den erforderlichen Spannungsbogen aufbauen um mit aufgewölbtem Rücken und gespanntem Trapezmuskel das Reitergewicht aufnehmen zu können.
Zeigen sich hier Bewegungseinschränkungen gibt das schon Hinweise auf evtl. Blockaden oder Vorschädigungen, die von vorher benutzten, schlecht passenden Sätteln herrühren. Genaueren Aufschluss darüber gibt die Begutachtung der Rücken- und Schultermuskulatur.

 

Begutachtung der Rücken- und Schultermuskulatur

 

Weiteren Aufschluss gibt nun die visuelle und haptische Begutachtung der Muskulatur. Besonderes Augenmerk muss dabei auf zurückgebildete Muskelpartien, sogenannten Muskelatrophierungen gelegt werden. Nichtpassende Sättel verursachen einen punktuellen Druck auf die Muskulatur und das umgebende Hautgewebe. Hierdurch wird die Versorgung des Muskelgewebes verhindert, was schließlich zu einem Abbau des Muskels führt. Bei einem großen Teil der "sattelerfahrenen" Pferde finden wir dann auch große Löcher hinter der Schulter, an der Stelle, wo sonst ein kräftiger Trapezmuskel zu finden wäre. Ebenso im Bereich der Wirbelsäule lassen sich häufig Atrophierungen finden, das sind die steilen und knochigen Rücken, bei denen man jeden Wirbel sehen kann. Aber es gibt Hoffnung: Diese Atrophierungen sind reversibel, wenn man den Sattel so anpasst, dass Muskelernährung und damit Muskelaufbau wieder möglich werden.




 

Der Sattel macht den Rücken

 

Die bisherige Lehrmeinung in der Sattelanpassung ging davon aus, dass Sättel genau in den Rücken des Pferdes passen müssen.
Diese Ansicht müssen wir heute weitestgehend revidieren.
Selbst bei einem idealen Pferderücken muss für die Aufwölbung unter dem Reiter noch ein Spalt im Rückenbereich freigelassen werden, die Weite im Schulterbereich muss sich auch nach dem angespannten Zustand der Muskulatur ausrichten. Wenn aber nun wie leider so oft durch Atrophierungen keine Anspannung bzw. Aufwölbung mehr möglich ist, dann m u s s der neue Sattel bzw. Sattelbaum dem Rechnung tragen und Platz lassen, damit sich der zurückgebildete Muskel wieder entwickeln kann.
Man kann deshalb sagen: Der Sattel formt den Rücken!
Nur wenn dies berücksichtigt wird ist mit einer gesunden Entwicklung der Muskulatur zu rechnen.

 

Sattelanpassung nur mit den Sattelbäumen

 

Ich nehme die Ermittlung des passenden Sattels nur mir den Sattelbäumen am Pferd vor. Am fertigen Sattel sind Details nicht zu sehen. Nicht wenige Kunden haben schon mit großem Erstaunen wahrgenommen, wie und an welchen Stellen der vermeintlich gut passende Sattel ihr Pferd im Rücken stört, behindert oder sogar Schmerzen verursacht. Deshalb gilt: Anpassung sollten niemals mit dem fertigen Sattel, sondern immer nur mit den zugehörigen Bäumen vorgenommen werden. Wir haben eine Vielzahl von Flex- und Holzsattelbäumen dabei und finden fast immer einen passenden Baum für Ihr Pferd. Wenn das wegen extremer Bedingungen mal nicht der Fall sein sollte, dann muss eben der Baum solange verändert werden, bis er passt. Wie schon oben beschriebene muss natürlich die gewollte Rückenform dabei Berücksichtigung finden und keinesfalls die Rückenform, die das Pferd aktuell präsentiert, es sei denn, Ihr Pferd hat einen perfekten Rücken. Wir können aus Erfahrung sagen, dass wir mit dieser Methode schon sehr vielen Pferden aus dem Schmerzkreislauf heraushelfen und Muskelaufbau wieder ermöglchen konnten. Gleichzeitig konnten wir für die Pferdebesitzer die unendliche Sattelodyssee beenden.



Zunächst wird der Sattelbaum auf den nackten Rücken gelegt, um die Parallelität der Bars zur Pferdeschulter zu garantieren.

 

Holz- oder Flexsattelbaum?

 

Kurz zur Begriffsdefinition vorab: Wenn wir von Flexbäumen sprechen, dann sind immer die Flexsysteme gemeint, die über eine bewegliche Foundation (Basis) mit einer genau definierten Flexibilität verfügen. Die Form dieser Flexbäume wird über eine Fork und ein Cantle aus Holz garantiert. Bekanntester Vertreter dieses Baumtyps sind die Equiflex-Sattelbäume aus dem Hause Continental, es gibt aber auch andere Lieferanten. Keinesfalls vetretbar sind die flexiblen Sattelsysteme, bei denen die Bars starr sind, aber unter dem Sarrel mit einer Art Gelenk einstellbar aufgehängt werden. Das funktioniert nach meiner Auffassung nicht, weil dem Sattel das formgebende Element der Fork genommen bzw. außer Kraft gesetzt wird. Solche Sättel "schwimmen" auf dem Pferderücken. Holzbäume gibt es schon seit Generationen und sie haben sich bewährt. Aber sie sind starr und unsere Pferde sind sehr dynamische Lebewesen. Warum also soll man nicht ein System wählen, das diese dynamischen Prozesse in geeigneter Weise berücksichtigen kann. Oder um es mit einem Bild zu sagen:
Warum sollten unsere Pferde mit Holzschuhen ihren Sport ausüben, wenn es auch Turnschuhe gibt?
Allerdings muss an dieser Stelle eines deutlich gesagt werden: Die Passform des Sattelbaumes steht immer an erster Stelle, danach erst folgt die Auswahl der Materiales. Das bedeutet, dass Flexbäume nur dann die bessere Wahl sind, wenn sie mindestens genau so gut oder besser passen als ein entsprechender Holzbaum. Nicht selten haben die Flexsattelbäume zu viel Rock (Durchbiegung über die Längachse), was bei Anheben des Pferderückens dann zu schmerzhafter punktueller Belastung führt. Dieser Nachteil kann auch durch die Felxibilität nicht ausgeglichen werden. In diesen Fällen ist ein Holzbaum die bessere Wahl. Darüber hinaus haben wir bei den Holzbäumen eine erheblich größere Auswahl mit den verschiedensten Maßen und Eckdaten, weshalb sich natürlich die große Verschiedenheit der Pferderücken mit der großen Bandbreite an Holzsattelbäumen besser abdecken lässt.
Grundsätzlich tragen Flexsattelbäume der Tatsache Rechnung, dass Pferde sich diagonal bewegen. Diese Art der Bewegung führt unter Holzbäumen dazu, dass der Sattel immer nur an zwei diagonal gegenüberliegenden Punkten aufliegt. Man bekommt einen erhöhten punktuellen Druck, der die Pferde in ihren freien Bewegungsabläufen stören kann. Die flexiblen Systeme passen sich der Bewegung des Pferdes an und minimieren so störende EInflüsse des Sattels auf den Pferderücken. Wir konnten mit diesen Flexbäumen in der Vergangenheit schon viele "Problempferde" wieder zum laufen bringen, die eine längere "Sattelkarriere" schon hinter sich hatten.

 

Die Sattelunterlage

 

Wozu braucht man überhaupt eine Sattelunterlage. Ist es nicht besser, die Sattelunterlage möglichst dünn zu halten, wenn der Sattel gut passt?
Nun, die Sattelunterlage hat mehrere Funktionen, die ich hier einmal differenziert betrachten möchte:

1) Ausgleichsschicht
kein Pferderücken und auch kein Sattel ist so eben, dass sie 100% aufeinander passen würden. Deshalb müssen die Unebenheiten zwischen dem Pferderücken und dem Sattel durch eine geeignete Zwischenschicht ausgeglichen werden. Diese Funktion wird weniger vom dem Pad selbst, sondern eher von der Einlage, die sich in dem Pad befinden sollte erfüllt. Dabei haben sich die Einlagen als die Besten erwiesen, die viskoelastisch sind, also sich nachdem sie eingedrückt wurden nur langsam zurückverformen. So wird jede Federwirkung vermieden.

2) Druckverteilung
Grundsätzlich soll das Reitergewicht vom gesamten Rücken getragen werden. Da der Reiter sich aber natürlich im Sattel bewegt und sich der Pferderücken auch unter dem Reiter bewegt, muss für eine möglichst gleichförmige Verteilung des von oben einwirkenden Druckes gesorgt werden. Um das zu erreichen werden auch die viskoelastischen Einlagen eingesetzt. Hiermit ist eine optimale Druckverteilung gewährleistet.

3) Aufnahme der Schub- und Zugkräfte - Stoßdämpfung
Während des Reitens ergibt sich aus den natürlichen Bewegungsabläufen des Pferdes eine gegenläufige Bewegung zwischen Pferderücken und Sattel. Würden diese Reibungskräfte nicht an irgendeiner Stell kompensiert, würde jeder Sattel wie Schmirgelpapier auf dem Pferderücken wirken. Einlagige Sattelunterlagen sind hierfür denkbar ungeeignet. Die Sattelunterlage benötigt also mindest zwei Schichten, die sich frei gegeneinender bewegen können und so die Scherkräfte kompensieren. Ideal ist auch hier ein Pad mir eine viskoelastischen Einlage.

4) Positionierung des Sattels
Jeder Sattel muss unbedingt gerad auf dem Pferd positioniert sein. Das ist nur bei den wenigsten Pferden von selbst der Fall. Besonders bei denjenigen Pferden, die wegen einer bereits fortgeschrittenen Muskelatrophierung sowohl im Bereich der Schultermuskulatur große "Löcher" aufweisen, als auch Muskelverluste im Bereich des gesamten Rückens zu beklagen haben muss mit einer dicken,ausgleichen Unterlage geholfen werden. Keinesfalls darf der Sattel so in diese Löcher positioniert werden, dass er mit jedem Schritt gegen das Schulterblatt schiebt. Wer so besattelt, der sichert weitere Atrophierungen und Bewegungseinschränkungen bis hin zur völligen Bewegungsunfähigkeit. Aber Pferde halten vieles aus. Im Gegenteil muss der Sattel dann so weit angehoben werden, dass er in der Bewegung über das Schultergelenk hinweggleiten kann. Erst das garantiert eine freie Beweglichkeit der Schulter und somit der gesamten Vorhand, am Ende des gesamten Pferdes. Im mittleren und hinteren Bereich des Sattels gilt das Gleiche analog: Die Bars müssen vollflächig aufliegen um das Reitergewicht optimal auf den ganzen Rücken zu verteilen. Besonders wenn im Bereich der Wirbelsäule auch schon Atrophierungen zu verzeichnen sind wird der Rücken steiler und die Bars liegen nur noch an einer Kante auf. Eine Katastrophe für den Pferderücken! Mit der geraden Positionierung des Sattels bekommen wir also nach dem Motto "Der Sattel formt den Rücken" im Laufe der Zeit auch wieder einen kräftigen, geraden Pferderücken, ganz so, wie er sein sollte. Bei Pferden mit gesundem, geradem Rücken erhalten wir so den Rücken gesund.

5)Allgemeine Anforderungen an die Sattelunterlage
Die Sattelunterlage soll in ihrer Beschaffenheit möglichst natürlich oder naturnah sein. Dies gilt verstärkt für die Unterseite, die mit dem Rücken in Kontakt kommt. Deshalb empfehle ich hier besonders die Pads mit einer Lammfellunterseite. Diese Pads sind, Hygiene vorausgesetzt, besonders verträglich für die Pferdehaut, antibakteriell und atmungsaktiv. Die Oberseite besteht aus einer abgesteppten Baumwollschicht, die ebenfalls luftdurchlassig und hautverträglich ist. Und nicht zuletzt befindet sich zwischen diesen beiden Lagen eine druckverteilende und Scherkräfte ausgkeichende Einlage. Außerdem sind diese Pads konturiert, das heißt sie folgen der natürlichen Form des Rückens und gewährleisten so eine möglichst faltenfreie Positionierung. Ebenfalls vorstellbar wäre eine Sattelunterlage aus Filz, auch ein natürliches Material, das sich mit der Zeit noch mit dem körpereigenen Haar des Pferdes verbinden wird und so auch sehr verträglich und luftdurchlässig ist. Es gibt zunehmend immer mehr Hersteller, die auf der Unterseite Ihrer Pads Filz anbringen, eine gute Tendenz, wie ich meine. Was auf dem Pferderücken überhaupt nichts zu suchen hat ist jede Form von Kunststoff, Neopren oder ähnliches. Es gibt kaum ein unntürlicheres, weniger atmendes Material als dieses, bestenfalls vorstellbar für Trainer, die damit täglich viele Pferde reiten und das Pad zwischendurch mal schnell abspritzen. Gönnen Sie Ihrem Pferd sein eigenes Pad, auch beim Trainer!

6) Was ein Pad nicht kann
Wie wir bislang gesehen haben, hat ein Pad eine Vielzahl von Aufgaben zu erfüllen. Es kann Pferde, die schon einen Teil der Muskulatur eingebüßt haben breiter machen, um überhaupt erst wieder eine Besattelung zu ermöglichen.
Ich halte nicht sehr viel davon, eine grundsätzlich nicht passenden Sattel mit einem Pad irgendwie passend zu machen. Ein Pad kann nicht eine falsche Winkelung der Bars ausgleichen. Die Winkelung der Bars muss stimmen, und zwar gemessen mit dem Pad und aufgewölbtem Pferderücken. Das ist unabdingbar um Schäden zu vermeiden.Also: Die Weite der Schulter läßt sich mit einem Pad anpassen, die Winkelung nicht.

 

Noch etwas zu jungen Pferden

 

Regelmäßig hören wir den Satz: Ich habe ein junges Pferd, da nehme ich erst einmal einen billigen Sattel oder einen gebrauchten. Ein gebrauchter Sattel ist ok, wenn er gut angepasst ist und alle Anforderungen, die an einen guten Sattel zu stellen sind, erfüllt. Aber den Sattel hat man meisten dann nicht zur Verfügung, wenn man ihn braucht. Grundsätzlich brauchen gerade junge Pferde das Beste, das wir Ihnen geben können. Sie sollen doch nicht schon am Anfang das Reiten mit Schmerzen in Verbindung bringen oder gar mit einer Muskelatrophierung ihr Reitpferdedasein beginnen. Wie sich Jungpferde genau entwickeln werden, kann niemand genau vorhersagen, aber eines ist sicher: Mit dem falschen, schlechten oder unpassenden Sattel werden sie sich nicht entwickeln oder sogar zum "Rückenproblempferd" werden. Deshalb brauchen Sie einen Fachhändler an Ihrer Seite, der sein Handwerk versteht und der Sie und Ihr Pferd auch nach dem Sattelkauf weiter betreut. Wir empfehlen für Jungpferde einen gut passenden Sattel, den wir dann regelmäßig auf Passform überprüfen und ggf. später noch einmal ändern oder austauschen.

 

Ich hoffe, dass ich Ihnen hiermit einen Einblick in den Stand der Sattelanpassung geben konnte, so wie ich sie vestehe und wie es die Erfahrung über die Jahre gelehrt hat.

Wenn Sie weitere Informationen wünschen rufen Sie uns an unter 02742 / 723344 oder schreiben Sie eine Mail an info@westernsaddle.de

 

Bernd Böse - westernsaddle.de

 

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